Die Grafinger können sich jetzt per Handy zum Schweinsbraten navigieren

Veröffentlicht von glonn am

Der Modellversuch funktioniert mit einer neuen App. Sie soll Kunden ermöglichen, lokale Geschäfte und Restaurants schnell zu finden.

Was tun, wenn einen unterwegs der Hunger packt und man auch noch in fremder Umgebung unterwegs ist? Kein Problem, zumindest nicht in Grafing und in der näheren Zukunft. Denn dort soll bald ein neues Online-Angebot die Kundschaft zielgerichtet in die örtlichen Geschäfte und Lokale lotsen. Wie dies aussehen kann, stellten nun Max Kraißer und Rudolf Hitzl im Arbeitskreis Wirtschaftsförderung vor.

„Do it locally, limitless“

Die beiden Glonner sind gerade dabei, ein neues Einkaufsprogramm zu entwickeln. Einen Namen hat es schon: „Doitll“. Hinter diesem zugegebenermaßen etwas sperrigen Akronym verbirgt sich das Versprechen: „Do it locally, limitless“. Denn das ist die Idee der Glonner Firmengründer: Wer in seiner Umgebung einkaufen oder essen gehen möchte, soll die örtliche Geschäftswelt auf Rechner oder Smartphone schnell und gut finden, Konkurrenz also für die Internetgiganten Amazon, Ebay und ähnliche.

Ein bisschen scheinen sich die Doitll-Erfinder im fernen Osten umgesehen zu haben, denn ihr Programm zeigt in einigen Bereichen deutliche Ähnlichkeit mit „Weibo“. Diese chinesische Plattform vereint schon seit einigen Jahren soziale Netzwerke mit Online-Shops und Suchmaschinen. Alle diese Funktionen soll auch „Doitll“ bieten. Allerdings, so betonen es die Entwickler, setze man im Gegensatz zu manch anderem Anbieter auf Benutzer- und Kundenfreundlichkeit. So wolle man nicht mit den Daten der User handeln, auch Werbung werde es auf „Doitll“ nicht geben. Und preislich will man den Nutzern ebenfalls entgegenkommen. Wer über die Plattform etwas sucht, zahlt gar nichts, wer etwas anbietet, kann dies zu festen Preisen tun, die bei etwa fünf Euro im Jahr beginnen.

Finanzieren soll sich das neue Angebot über die Masse – was allerdings noch Zukunftsmusik ist. Bis das Programm nämlich wirklich Kunden und Händler zusammenbringt, wird es noch einige Zeit dauern. Auch was „Doitll“ am Ende können wird, steht noch nicht fest, hier setzen die Entwickler auf den Input der Geschäftsleute. Etwa, ob es praktikabler ist, einen echten Online-Shop einzurichten, oder ob die Läden im Internet lediglich ihr Angebot oder auch nur Teile davon präsentieren.

Wer sich an der Testphase beteiligt, darf im Anschluss kostenlos das Programm nutzen

Diese und andere Fragen wollen die Entwickler in den kommenden Monaten zusammen mit Grafinger Geschäftsleuten beantworten. Mindestens 250 von ihnen sollten sich an der Testphase beteiligen und ein Profil erstellen. Was zwar zunächst wohl außer Arbeit noch nichts für die Ladenbesitzer bringen wird, so die Entwickler. Aber wer sich an der Testphase beteiligt, soll anschließend, wenn die Sache in Fahrt kommt, auf ewig kostenlos das Programm nutzen dürfen.

Wenn das Programm technisch ausgereift ist, soll dann die Pilotphase starten, dann könnten es bis zu 100 000 Nutzer werden, und die Geschäftsleute würden bereits von dem Angebot profitieren. Wie weit sich „Doitll“ am Ende entwickelt, steht noch nicht fest, seine Glonner Entwickler sind indes sehr optimistisch. Nach Abschluss der Pilotphase soll die Anwendung mindestens in ganz Europa genutzt werden können.

Zumindest in Grafing gibt es bereits einige Fans, etwa Franz Kellner von Obermaier Moden. Er lobte das neue Projekt, dieses könnte der Konkurrenz durch die großen Online-Firmen etwas entgegensetzen. Alle Geschäftsleute sollten sich darum beteiligen: „Alle schimpfen über den Online-Handel, hier kann man etwas tun.“ Auch Zweiter Bürgermeister Josef Rothmoser (CSU), der die Sitzung leitete, fand lobende Worte. Seitens der Stadt „wünschen wir dem Projekt alles Gute“. Etwas skeptischer äußerte sich CSU-Stadtrat Sepp Carpus über die Lokal-Plattform. „Wir hatten schon mehrere Versuche in Grafing, aber die gibt es alle nicht mehr – mal schauen, ob es bei euch anders wird.“

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